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Prinz Top Guide Berlin 01.01.2008

Gewölbe-Sauna

„Wir hoffen, dass Sie die richtige Sauna gefunden haben”, heißt es auf der Homepage. In Zeiten des Höher-schöner-weiter-Marketings klingt dieser Wunsch ein bisschen naiv. Aber das passt zur Gewölbe-Sauna. Tatsächlich ist sie so schwer zu finden, dass man meinen könnte, man wolle hier unter sich bleiben - was auch zu verstehen wäre. Denn die Sauna, die sich mit dem Zeitgeist und ihrem Marketing so schwer tut, erweist sich als echte Perle.
Ist man erst einmal in den etwas niedrigen Gewölbekeller hinunter gestiegen, beginnt gleich die Führung durch die Saunaanlage. Flott hat man alles gesehen, die Ruheräume, die drei Saunen, eine Finnische, eine Dampf- und eine Kräutersauna, hygienisch und technisch sehr gepflegt, dazu das Tauchbecken, den Solarium-, den Massage- und den Ruheraum, sowie den Weg hinaus zum Garten. Überhaupt der Garten: auf Liegestühlen unter Birken zu ruhen, was braucht man mehr? Am Tresen ist ein rustikaler Gastraum eingerichtet, in dem ein riesiges Aquarium steht, der Stolz des Saunameisters. Dort bekommt man auch kleine Speisen und Getränke, Mineralwasser für einen Euro, zehn Biersorten, der halbe Liter nie über zwei Euro. Preise wie früher. Darf man eigendlich „ostig” sagen, wenn man das Unaufdringliche, Unkommerzielle privat meint, das ohne protzige Wellness-Anglizismen auskommt? Die Gäste, unter die sich nach Aussage des Saunameisters auch immer öfter gerngesehene „Neue” mischen, reden leise miteinander. Man hält Distanz, auch wenn man sich gerade gegenseitig hilft und rückt anstandslos zusammen, wenn es zum stündlichen Aufguss ein wenig eng wird. Und wie man so ganz unaufgeregt vor sich hin schwitzt, da kommt man irgendwann drauf: dass man im Osten der Stadt nicht vergessen hat, dass jeder Mensch einmal nackt geboren wurde.